Der Streit um die Messe nach der Liturgiereform
Zur "Attraktivität" der "Alten Messe"
DOI:
https://doi.org/10.25365/exf-2026-5-13Parole chiave:
Liturgical Reform, Traditional Latin Mass, Novus Ordo, Traditionis Custodes, Roman Rite, Liturgical ReceptionAbstract
Dieser Aufsatz setzt sich mit der Problematik der Rezeption der Liturgiereform auseinander, die vielfach als ein Bruch mit der vorkonziliaren Liturgie wahrgenommen wird. Dabei wird thematisiert, dass innerhalb der heutigen Messform nach Paul VI. eine Feiergestalt der Messe im Geist der sogenannten „Alten Messe“ häufig fälschlicherweise als nicht möglich erachtet wird. Diese Wahrnehmung hängt vor allem mit der Tatsache zusammen, dass die Liturgiereform eine weitgehende Gestaltungsfreiheit der Messfeier eröffnet hat, die in der Praxis dazu führte, dass traditionelle Elemente des römischen Ritus, wie sie bis zur Approbation des neuen Messbuchs gepflegt wurden, nur noch selten oder gar nicht mehr in Erscheinung treten. Diese jahrzehntelange Entwicklung führte zu einer zunehmenden Attraktivität der Alten Messe, die jedoch nicht in einem verkürzten Verständnis lediglich als Liturgieform der sogenannten „Traditionalisten“ einzuordnen ist. Vielmehr ist sie als Phänomen zu beobachten, bei dem Gläubige den Wunsch nach einer lateinisch-römischen Gottesdienstkultur äußern, die frei von kulturellen oder theologischen Anpassungen bleibt. Der Aufsatz versucht, eine Sensibilität dafür zu entwickeln, dass sich hinter der Diskussion um die Alte Messe zwar auch ideologische Tendenzen verbergen können, sie jedoch vor allem als eine kritische Anfrage an die gegenwärtige liturgische Praxis zu verstehen ist.
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